Der CatSper-Test eine zusätzliche diagnostische Möglichkeit zum regulären Spermiogramm, womit eine tiefergehende Beurteilung der Spermienqualität ermöglicht wird.
Konkret wird mit dem CatSper-Test die Funktionaliät der CatSper-Kanäle (Cation Channel of Sperm) der Spermien überprüft. Eine CatSper-Dysfunktion bewirkt, dass die Spermien sich zwar an die Eizelle anheften, jedoch nicht in die Eizelle eindringen können.
In diesem Fall könnte das Spermiogramm zwar weitgehend normal aussehen, die Funktion der Spermien wäre allerdings auf Grund des Defekts in den CatSper-Kanälen dennoch stark eingeschränkt. Bei einer klassischen IVF (In-Vitro-Fertilisation), bei der die Spermien aus eigener Kraft in die Eizellen eindringen müssen, könnte somit eine Befruchtung völlig ausbleiben, da die Spermien es aus eigener Kraft nicht schaffen, in die Eizelle einzudringen. Ebenso wären Inseminationen sowie die Methode des Verkehrs zum optimalen Zeitpunkt (VZO) trotz scheinbar normalem Spermiogramm nicht erfolgreich.
Die Therapie der Wahl in diesem Fall wäre eine ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion), weil dabei das Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird und somit das CatSper-Problem umgangen werden kann.
Der Test richtet sich daher an Männer mit scheinbar „normalem“ Spermiogramm, die sicher gehen wollen, dass keine CatSper-bedingte Unfruchtbarkeit bei ihnen vorliegt. Somit können langwierige und in diesem Fall ineffektive Behandlungsversuche mittels Insemination oder klassischer IVF vermieden werden.
Da die Aktivität des CatSper Kanals genetisch determiniert ist, muss die Analyse nur einmal erfolgen.
Wie häufig tritt ein CatSper Defekt auf?
Unter unfruchtbaren Männern mit Normozoospermie, wie in der Studie von Young &Schiffer et al. (2024) beschrieben, lag die Prävalenz für CatSper-bedingte Unfruchtbarkeit bei 1,2 %. Weitere klinische
Studien sind erforderlich, um die tatsächliche Prävalenz genauer zu schätzen.
Muss eine zusätzliche Samenprobe für den CatSper-Test abgegeben werden?
Nein, der Test erfordert lediglich 40 Mikroliter Ejakulat, was in der Regel die Durchführung einer parallelen standardmäßigen Samenanalyse nicht beeinträchtigt.
Für weitere Informationen und zur Terminvereinbarung stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.