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Anti-Müller-Hormon AMH

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Dieses Hormon wird in den Eierstöcken von den Primärfollikeln gebildet. Sinkt deren Anzahl und Aktivität mit zunehmendem Alter der Frau, so wird auch immer weniger AMH freigesetzt. Der im Blut messbare AMH-Wert erlaubt daher Rückschlüsse auf die noch vorhandene quantitative Eizellreserve in den Eierstöcken, die im Laufe der fruchtbaren Jahre einer Frau naturgemäß abnimmt. Der „Normbereich“ reicht von 1 – 8 ng/ml, ist der Wert unter den Grenzwert von 1 ng/ml gesunken, spricht man von einer eingeschränkten Eizellreserve.

Anders als der Mann, der bis ins hohe Alter Spermien produzieren kann, wird die Frau bereits vor ihrer eigenen Geburt mit ihrer endgültigen Anzahl an Follikeln ausgestattet. Die Zeit, in der in den Eierstöcken der Frau befruchtungsfähige Eizellen heranreifen ist also beschränkt. Dass der AMH-Wert mit zunehmendem Alter sinkt, ist also ein völlig normaler Vorgang der Natur und kann auch nicht behandelt werden. Faktoren wie das Rauchen oder eine Krebstherapie in jungen Jahren können die Eizellreserve jedoch durchaus negativ beeinflussen.

Ein verhältnismäßig niedrigerer AMH-Wert in jüngeren Jahren bedeutet dabei nicht, dass die Frau nicht auf völlig natürlichem Weg schwanger werden kann. Der Wert gibt keine Auskunft über die Qualität der Eizellen, lediglich über die Quantität der noch verfügbaren Eizellen.

Dennoch ist der Wert ein sehr hilfreicher Parameter, um vor allem bei Frauen zwischen 35 und 40 eine bessere Einschätzung darüber treffen zu können, „wie viel Zeit noch bleibt“.

Der AMH-Wert sollte dabei immer in Zusammenhang mit mehreren Faktoren betrachtet werden – strikte Empfehlungen basierend auf dem AMH-Wert allein sind nicht zielführend. Mehr dazu unter dem Begriff „ovarielle Reserve“ oder „Eizellreserve“.

So haben zum Beispiel Frauen, die unter dem PCO-Syndrom oder PCOS (Polyzystischen Ovar Syndrom) leiden, einen besonders hohen AMH-Wert. Es ist daher nicht immer automatisch ein hoher Wert auch ein guter Wert. Während der Einnahme der Pille und auch einige Zeit nach dem Absetzen der Pille ist der AMH-Wert etwas reduziert.

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