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Hormonelle Stimulation der Eierstöcke

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Im natürlichen Zyklus der Frau wird beim Eisprung üblicherweise nur eine reife Eizelle freigesetzt. Obwohl theoretisch auch mit nur einer gesunden Eizelle eine Kinderwunschbehandlung möglich wäre, ist die Chance einer Schwangerschaft dabei im Verhältnis zum Aufwand gering.

Aus diesem Grund entscheiden sich fast alle Paare dafür, am Beginn einer Therapie die Eierstöcke hormonell anzuregen, um die parallele Reifung mehrerer Eibläschen zu ermöglichen.

Dabei wird die natürliche Aktivität der Eierstöcke zunächst medikamentös ruhend gestellt. Im zweiten Schritt wird durch die Verabreichung von Hormonspritzen unter die Haut die Produktion mehrerer Eizellen angeregt. Diese Spritzen können durch die Frau oder eine vertraute Person selbst verabreicht werden.

Die Anzahl und das Wachstum der Follikel (Eibläschen) wird mittels Ultraschalluntersuchungen kontrolliert (Follikelmonitoring). Diese Kontrolluntersuchungen können bei Patientinnen mit weiter Anreise eventuell auch durch die:den geschulte:n Gynäkolog:in des Vertrauens erfolgen. Sobald die Follikel die richtige Größe erreicht haben, erfolgt die Auslösung des Eisprunges durch eine hCG-Spritze. Ca. 36 Stunden nach hCG-Verabreichung würde der Eisprung im Körper stattfinden. Da in diesem Fall eine Befruchtung der Eizellen außerhalb des Körpers (durch IVF, ICSI) geplant ist, werden die reifen Eizellen daher kurz vor dem Eisprung im Rahmen eines kurzen Eingriffs (Punktion), entnommen.

Jede Frau reagiert unterschiedlich stark auf die Stimulationsmedikamente. Die Reaktion der Eierstöcke auf das gewählte Stimulationsprotokoll wird daher mittels Ultraschall laufend überwacht. Dennoch kann es gelegentlich zur unerwünschten Überstimulation der Eierstöcke, dem sogenannten Ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHSS) kommen. Vor allem Frauen mit PCO-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko. Das OHSS entwickelt sich erst nach erfolgter Eizellentnahme. Erste Anzeichen können ein Spannungsgefühl im Unterbauch und leichte Übelkeit sein, bei schwereren Verläufen führen die vergrößerten Eierstöcke sowie die Wasseransammlung im Bauchraum zu starken Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Atembeschwerden, Erbrechen, Durchfall, etc. In schweren Fällen kann ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Die Zeit der hormonellen Stimulation kann von Frauen als Achterbahn der Gefühle erlebt werden. Die Wirkung der Hormone – sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene – ist für Paare oft belastend. Der Partner fühlt sich in seiner Rolle zwar oft hilflos, kann aber als verständnisvoller Begleiter eine sehr wertvolle Stütze sein.

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